Genesungswege

Petra Balschuweit, Praxis für Naturheilkunde und spirituelle Heilweisen

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Vom Wort-Schatz und der Macht der Sprache

Am Anfang war das Wort“ – so heißt es in der Bibel: Eine Idee, ein geis­ti­ges Kon­zept wird durch den Klang von Spra­che in Mate­rie, in Form und zum Aus­druck gebracht.

Spra­che kann hei­len und ver­nich­ten, auf­bau­en und ermun­tern oder ver­let­zen und ent­mu­ti­gen. Sie prägt unser täg­li­ches Mit­ein­an­der und ist ent­schei­den­der Bestand­teil jeder The­ra­pie. Im Dezem­ber hat­ten wir uns im Work­shop „Hei­len durch Spra­che“ mit Pia Web­ler ein­ge­hen­der mit der The­ma­tik befaßt.

Eine prak­ti­sche Übung, die Wort­pro­be, hat mir dabei ein beson­de­res Aha-Erleb­nis beschert. Es ging dar­um, mit geschlos­se­nen Augen die Wir­kung des Klangs ver­schie­de­ner all­täg­li­cher Sub­stan­ti­ve auf sich selbst zu erspü­ren – also so ähn­lich wie das Ver­kos­ten bei einer Wein­pro­be.

Ich war fas­zi­niert davon, dass allei­ne der Klang schein­bar neu­tra­ler Begrif­fe wie „Flug­ha­fen“ oder „Quell­was­ser“ völ­lig unter­schied­li­che kör­per­li­che Reso­nan­zen in mir erzeugt hat.

Wenn man sich ein­ge­hen­der mit der Ener­gie von Spra­che befas­sen möch­te, fin­det man sehr schnell die Gran­de Dame die­ser The­ma­tik: Mecht­hild von Scheurl-Defers­dorf. Aus ihrem ursprüng­li­chen „ener­ge­ti­schen Sprach­trai­ning“ hat sich mitt­ler­wei­le das Sprach-und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­kon­zept „Ling­va Eter­na“ ent­wi­ckelt. In zahl­rei­chen Büchern und Kar­ten­sets wid­met sie sich der dif­fe­ren­zier­ten Wir­kung der Spra­che – sowohl im All­ge­mei­nen als auch in ver­schie­de­nen Lebens­be­rei­chen wie z. B. Pfle­ge, Part­ner­schaft und Erzie­hung.

Ich habe mir ihr Buch In der Spra­che liegt die Kraft – klar reden bes­ser ver­ste­hen besorgt, um tie­fer in die Mate­rie ein­zu­tau­chen. Dar­in ver­deut­licht sie, welch fun­da­men­ta­le Aus­wir­kun­gen Wort­schatz, Gram­ma­tik, Satz­bau und die Satz­me­lo­die auf die Kom­mu­ni­ka­ti­on haben – und damit vor allem auch auf den Spre­cher selbst. Spra­che offen­bart unse­re Per­sön­lich­keit glei­cher­ma­ßen, wie sie sie prägt.

Ich habe mich durch das Buch und das aus den Tie­fen mei­nes Fun­dus her­vor­ge­zo­ge­ne Kar­ten­deck „Die Kraft der Spra­che“ auf eine inter­es­san­te und ganz prak­ti­sche Rei­se der Selbst­ent­de­ckung bege­ben, nahm die immer­wäh­ren­den inne­ren Mono­lo­ge und Dia­lo­ge genau­er unter die Lupe und fand und Schritt für Schritt kon­struk­ti­ve­re For­men des Aus­drucks.

Ein klei­nes Bei­spiel: So oft füh­le ich mich unter Zeit­druck und von der Viel­falt und Anzahl der anste­hen­den Auf­ga­ben her­aus­ge­for­dert. Wenn ich mir selbst zuhö­re, dann fin­de ich eine Fül­le von Aus­sa­gen wie: „Ich MUSS jetzt noch MAL EBEN SCHNELL ein­kau­fen gehen“ oder „Ich MUSS SCHNELL dies und jenes machen.“ Gut – so gese­hen nicht wei­ter ver­wun­der­lich, wenn ich mich gehetzt und unter Druck gesetzt füh­le.

In mei­ner per­sön­li­chen Wort-Schatz-Tru­he habe ich u. a. die Wör­ter „ein­fach,“ „schön“ und „gemüt­lich“ gelegt: Wort-Per­len, die in mir eine Reso­nanz von Wohl­be­fin­den aus­lö­sen. Und an Neu­jahr beschloss ich spon­tan, dass jetzt der pas­sen­de Moment ist, um EINFACH, SCHÖN, GEMÜTLICH den Jah­res­ab­schluß 2018 zu machen – anstatt SCHON WIEDER die GRAUENVOLLSTE Auf­ga­be SCHLECHT­hin erle­di­gen zu MÜSSEN. Und in der Tat, ich war ganz im Fluss, und es hat gar nicht weh getan. ;-)

Anstatt mich „mor­gens SCHNELL FERTIG ZU MACHEN, um dann noch SCHNELL ein­kau­fen zu gehen“ – „gehe ich mich SCHÖN duschen und schmin­ken, und danach zum Ein­kau­fen.“

Jede Rei­se beginnt mit dem ers­ten Schritt, und ich bin mir selbst WIRK­lich (den es wirkt!) DANK­bar, mich auf die­se Rei­se ein­zu­las­sen. Mal sehen, wohin sie mich noch füh­ren wird.


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