Genesungswege

Petra Balschuweit, Praxis für Naturheilkunde und spirituelle Heilweisen

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Selbstliebe, Präsenz, Heilung: Mein Interview mit Lea Hamann

Der Leucht­feu­er-Pod­cast von Lea Hamann beglei­tet mich schon eine Wei­le. Mir gefällt ihr authen­ti­scher Umgang mit den The­men Spi­ri­tua­li­tät, Lie­be und Bestim­mung und die Ener­gie, die sie dabei über­mit­telt. Es ist eine fühl­ba­re, lie­be- und fried­vol­le Prä­senz, die eine unmit­tel­ba­re Aus­wir­kung auf den Zuhö­rer hat.

Lea geht und lehrt den weib­li­chen Weg der Annah­me, der Bedin­gungs­lo­sig­keit, des orga­ni­schen Wach­sens und der tie­fen Sinn­haf­tig­keit all des­sen, was sich in uns zeigt. Für mich ist das ein wohl­tu­en­der Kon­trast zu den mas­ku­li­nen Wegen der stren­gen Dis­zi­plin mit z. B. 2,5 Stun­den Medi­ta­ti­on am Tag um 4.00 Uhr mor­gens. (Dage­gen ist nichts ein­zu­wen­den, und eine sol­che Form der star­ren Dis­zi­plin hat auch mir tie­fe Hei­lung und Befrei­ung gebracht, aber nach über 20 Jah­ren die­ses struk­tu­rier­ten und kon­trol­lier­ten Umgangs mit mir selbst, hat­te sich dann in mir eine gewis­se Müdig­keit und inne­rer Wider­stand ein­ge­stellt. Der Wunsch nach mehr Flie­ßen, Mühe­lo­sig­keit, es-sein-las­sen, Lebens­freu­de ist immer deut­li­cher gewor­den – und so kamen neue Wege und wei­te­re Ent­wick­lun­gen mein Leben.)

Leas neu erschie­ne­nes Buch „Lebe, lie­be, leuch­te“ nimmt einen mit auf die­sen weib­li­chen Weg – in Theo­rie und Pra­xis. Es ist leicht ver­ständ­lich geschrie­ben, auch für Men­schen, die sich bis­her noch nicht wei­ter mit die­sen The­men beschäf­tigt haben. Gleich­zei­tig ist es sehr berei­chernd für die „alten Hasen“ aus den Gefil­den der Per­sön­lich­keits­ent­wick­lung und Spi­ri­tua­li­tät.

So habe ich mich sehr über die Mög­lich­keit eines kur­zen Inter­views mit Lea gefreut.

Lie­be Lea – auf dem Weg des Hei­lens und Erwa­chens durch­le­ben wir immer wie­der mal Zei­ten von Selbst­ver­ur­tei­lung, Scham oder Schuld­ge­füh­len. Was emp­fiehlst Du als bes­ten Weg zurück in die Selbst­lie­be?

Es hört sich viel­leicht erst­mal para­dox an, aber für mich ist der ers­te Schritt immer zunächst ein­mal, dass ich mir bewusst mache, was in mei­nem Inne­ren abläuft.

Wir leben in einer so leis­tungs­ori­en­tier­ten Gesell­schaft, dass wir oft­mals immer auf ein Ziel fokus­siert sind, das wir unbe­dingt errei­chen wol­len. Doch bevor wir los­ge­hen kön­nen, müs­sen wir zunächst ein­mal wahr­neh­men, was wir jetzt gera­de füh­len, was wir im Kör­per wahr­neh­men, oder was unse­re Gedan­ken sind.

Es ist nicht unbe­dingt ange­nehm, aber es ist sehr heil­sam, wenn wir uns zunächst ein­mal ankom­men las­sen – da, wo wir gera­de wirk­lich sind.

Für mich ist das eine ers­te Form von Lie­be: Bei mir zu sein.

Der zwei­te Schritt ist, dass wir auf­hö­ren, uns für das zu ver­ur­tei­len, was wir gera­de emp­fin­den oder erle­ben. Meis­tens ist es ja tat­säch­lich her­aus­for­dernd genug ;-) Wir brau­chen nicht noch eine Ver­ur­tei­lung oben­drauf!

Ich habe vie­le Jah­re mit der Vor­stel­lung geübt, mein eige­nes Kind zu sein. Ich habe mich gefragt: Wie wür­de ich mit einem Kind umge­hen, das sol­che Angst hat wie ich gera­de? Oder wie wür­de ich mit einem Kind umge­hen, dass einen Feh­ler gemacht hat, genau­so wie ich gera­de?

Meis­tens spür­te ich, dass ich dem Kind lie­be­voll begeg­nen wür­de, sehr viel lie­be­vol­ler als ich zuvor mit mir selbst umge­gan­gen bin. Lie­be­voll ver­ste­hen, satt zu ver­ur­tei­len. Nicht bestra­fen, son­dern in die Arme neh­men. Mit der Zeit habe ich begon­nen, die­sen lie­be­vol­len Umgang mit mir selbst zu trai­nie­ren.

Es hat eini­ge Jah­re gedau­ert, aber es hat sich gelohnt. Je mehr Lie­be ich mir selbst schen­ke, umso mehr kann ich wach­sen, hei­len und mich wei­ter ent­wi­ckeln!

Wel­chen Tipp hast Du, um aus einem krei­seln­den Gedan­ken­ka­rus­sell (wobei die eige­nen Ener­gi­en über­all sind, nur nicht in Dir und bei Dir) zurück in Dei­nen Kör­per und in den gegen­wär­ti­gen Moment zu kom­men?

Mir hilft der Weg zurück in den Kör­per.

Wenn wir im Cha­os der Gedan­ken krei­sen, ist unser Atem meis­tens flach und wir sind (ener­ge­tisch betrach­tet) eher im Ober­kör­per oder Kopf­be­reich anwe­send. Durch die­ses Auf­stei­gen in die obe­re Kör­per­hälf­te ver­lie­ren wir den Boden unter den Füßen, uns fehlt sie sta­bi­le Ruhe der Erde.

Des­halb hal­te ich zunächst ein­mal inne, wenn ich bemer­ke, dass ich in einem Gedan­ken­ka­rus­sell bin. Ich set­ze mich ger­ne hin (falls das mög­lich ist) und begin­ne damit, behut­sam mei­nen Kör­per zu spü­ren. Kann ich mei­nen Kopf wahr­neh­men? Kann ich mei­nen Ober­kör­per spü­ren? Wie sieht es mit dem Bauch aus? Wie fühlt sich mei­ne Wir­bel­säu­le an? Kann ich mein Becken wahr­neh­men? Spü­re ich mei­ne Arme und mei­ne Bei­ne? Kann ich mei­ne Füße wahr­neh­men?

Es geht nicht dar­um, einen per­fek­ten Zustand im Kör­per zu erzie­len oder ein ange­neh­mes Gefühl her­zu­stel­len, son­dern ein­fach dar­um, wie­der prä­sen­ter zu wer­den.

Mir hilft mein Atem dabei, tie­fer in mei­nen Kör­per zu sin­ken. Mit jedem wei­chen Atem­zug, den ich flie­ßen lass, trägt mich der Atem wie­der mehr nach innen.

Es ist ganz nor­mal, wenn zwi­schen­durch mal wie­der Gedan­ken kom­men von denen man sich ablen­ken lässt. Kein Pro­blem, ein­fach bemer­ken und wie­der zurück­keh­ren zum Kör­per.

Meis­tens bemer­ken wir, wenn wir wie­der im Kör­per sind, dass es tief in uns ein unan­ge­neh­mes Gefühl gibt, das unser Gedan­ken­ka­rus­sell über­haupt erst ange­schubst hat. Es ist mög­lich, weich zu atmen und mit dem unan­ge­neh­men Gefühl zu sein. Mit jedem wei­chen Atem­zug kann es sich etwas mehr lösen, bis es inner­lich wie­der leich­ter wird.

So lösen wir die Ursa­che für das Gedan­ken­ka­rus­sell – und dadurch wird es wie­der ruhi­ger im Ver­stand.

Was bedeu­tet für Dich „Hei­lung“?

In den letz­ten 15 Jah­ren hat sich mein Ver­ständ­nis von Hei­lung immer wie­der ein­mal erwei­tert.

Zunächst habe ich erlebt, dass Hei­lung bedeu­tet, mei­ne inne­ren Bau­stel­len wahr­zu­neh­men und zu ent­de­cken, was sich in mei­ner frü­hen Kind­heit nicht voll­stän­dig ent­wi­ckeln konn­te. Ich bemerk­te, dass es eine Lie­be gibt, die immer ver­sucht, alles was nicht wach­sen konn­te, zum wach­sen zu brin­gen und voll­stän­dig zu ent­fal­ten.

Ich habe auch beob­ach­tet, dass es einen natür­li­chen Ablauf von Hei­lung gibt, dem wir fol­gen kön­nen statt zu ver­su­chen, den Pro­zess zu steu­ern.

Egal wo ich bin und wel­chen Men­schen ich begeg­ne, ich spü­re immer, dass es auf einer tie­fen Ebe­ne etwas in die Hei­lung strebt. Etwas was zer­bro­chen war, will wie­der ganz wer­den. Etwas was unter­drückt war, sehnt sich nach Aus­druck. Etwas was ver­ges­sen wur­de, strebt ins Bewusst­sein.

Für mich gibt es nichts schö­ne­res, als mich inner­lich zurück­zu­leh­nen, weich zu atmen, und dem Fluss der Hei­lung zu fol­gen!

Mei­ne Geschich­te, die ich in mei­nem Buch beschrei­be, ist auch eine Hei­lungssge­schich­te. Nicht nur kör­per­lich, son­dern Hei­lung auf allen Ebe­nen, was für mich bedeu­tet, zu wer­den wer ich wirk­lich bin. Mein Gefühl ist, dass die­ser Hei­lungs­weg immer wei­ter­geht, aben­teu­er­lich und unglaub­lich schön ist!

 

 

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