Genesungswege

Petra Balschuweit, Praxis für Naturheilkunde und spirituelle Heilweisen

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Hitzewallungen – was tun?

Ähn­lich wie die weni­ger erfreu­li­chen Details einer Geburt im Wesent­li­chen nur unter den glei­cher­ma­ßen Initi­ier­ten – den Müt­tern – aus­ge­tauscht wer­den, so ist es auch mit den Begleit­erschei­nun­gen der Wech­sel­jah­re.

Die­ser Über­gang in einen neu­en Abschnitt wird manch­mal auch als zwei­te Puber­tät beschrie­ben. Nach all den Jah­ren, in denen ein Groß­teil der Zeit und Lebens­en­er­gie in die Für­sor­ge und Ver­ant­wor­tung für Kin­der und Fami­lie und/oder die Kar­rie­re geflos­sen sind, ist dies noch ein­mal eine Gele­gen­heit fest­zu­stel­len, wer man eigent­lich ist und was man in den wei­te­ren Jah­ren sei­nes Lebens möch­te.

Ähn­lich wie in der Puber­tät geht dies oft ein­her mit schwan­ken­den Stim­mun­gen und Emo­tio­nen. Die kör­per­li­chen Ver­än­de­run­gen drän­gen einem die Aus­ein­an­der­set­zung mit der End­lich­keit unse­res irdi­schen Daseins auf; es ist die Zeit, Zwi­schen­bi­lanz zu zie­hen und sich Gedan­ken über die wei­te­re „Marsch­rich­tung“ zu machen.

Ein kör­per­li­ches Sym­ptom, das wäh­rend des Kli­mak­te­ri­ums bei ca. drei Vier­tel der Frau­en auf­tritt, sind die Hit­ze­wal­lun­gen oder auf gut Neu­deutsch hot flashs. „Man schwitzt halt zwi­schen­durch mal,“ mag man unbe­darft den­ken – aber nie­mand berei­tet einen auf ein Gefühl vor, das man damit ver­glei­chen kann, unver­mit­telt in eine maxi­mal auf­ge­heiz­te Dampf­sau­na geschubst zu wer­den. Das Was­ser läuft in Rinn­sa­len über Gesicht und Kör­per und man möch­te sich unmit­tel­bar jeg­li­cher Klei­dung ent­le­di­gen und unter die küh­le Dusche sprin­gen. Nachts wecken einen die­se her­an­rau­schen­den Wel­len aus dem Tief­schlaf und tra­gen damit auch nicht zur Stei­ge­rung des Wohl­be­fin­dens bei.

Alternative zur HET / Hormon-Ersatz-Therapie zur Linderung von Hitzewallungen

Ver­ur­sacht wer­den die Hit­ze­wal­lun­gen haupt­säch­lich durch einen stark abge­sun­ke­nen Est­ra­di­ol­spie­gel (das geschlechts­be­stim­men­de weib­li­che Hor­mon). Daher ist eine oft gewähl­te Opti­on die Bestim­mung des Hor­mon­sta­tus durch einen Spei­chel­hor­mon­test und die ent­spre­chen­de ganz­heit­lich-sys­te­mi­scher The­ra­pie unter Ver­wen­dung von bio­iden­ti­schen Hor­mo­nen. Die­se Behand­lung ist nicht zu ver­wech­seln mit der umstrit­te­nen HET (Hor­mon­er­satz-The­ra­pie), in der syn­the­ti­sche Hor­mo­ne ver­wen­det, die in Auf­bau und Struk­tur aber nicht den kör­per­ei­ge­nen Hor­mo­nen glei­chen. Sie docken zwar an den Hor­mon­re­zep­to­ren an, kön­nen aber – da der Kör­per sie nicht ent­spre­chend syn­the­ti­sie­ren kann – zu wei­te­rem Hor­mon­man­gel füh­ren.

Bewährt haben sich dar­über hin­aus fol­gen­de Maß­nah­men:

  • die täg­li­che Kör­per­pfle­ge mit kalt­ge­press­tem (Bio-)Kokosöl – es ent­hält Phy­to­hor­mo­ne, die sich auf den Est­ra­di­ol-Spie­gel aus­wir­ken. Klei­ner Tipp: wenn man sich mor­gens nach dem Duschen ein­ölt, kann das über­schüs­si­ge Öl mit einem alten Hand­tuch ent­fernt wer­den, um die Klei­dung nicht zu ver­schmut­zen
  • regel­mä­ßi­ger Ver­zehr von kalt­ge­press­tem Kokos­öl und/oder (Bio-)Leinöl und/oder Lein­sa­men
  • bewuss­ter Umgang mit Stress und Stress­trig­gern; die­se haben (auf­grund des engen Zusam­men­spiels aller Ste­ro­id­hor­mo­ne) meist umge­hend den nächs­ten Schub zur Fol­ge und/oder ver­stär­ken die Sym­pto­ma­tik ent­spre­chend. Hilf­reich ist es mit z. B. Yoga sowie Atem- und Ent­span­nungs­übun­gen Stress-Situa­tio­nen ange­mes­sen begeg­nen zu kön­nen, bzw. Stress abbau­en zu kön­nen.
  • ein aus­rei­chend hoher Vit­amin-D-Spie­gel
  • Anpas­sung der Ernäh­rung: Zucker, Kof­fe­in, sehr schar­fes Essen und Alko­hol kön­nen Hit­ze­wal­lun­gen aus­lö­sen
  • eine anneh­men­de inne­re Ein­stel­lung (statt Frust und Ärger): der Kör­per tut nie etwas Sinn­lo­ses und will einen nie­mals boy­kot­tie­ren. Ich habe mich gefragt, wozu die Hit­ze­wal­lun­gen dem Kör­per wohl die­nen könn­ten und bin tat­säch­lich auf den Hin­weis zu einer aktu­el­len Stu­die des Fred-Hut­chin­son-Krebs­for­schungs­zen­trums in Seat­tle, Washing­ton gesto­ßen. Dem­nach ist für Frau­en, die Hit­ze­wal­lun­gen (oder auch ande­re Sym­pto­me der Wech­sel­jah­re) durch­ge­macht haben, das Risi­ko, an den am häu­figs­ten auf­tre­ten­den For­men von Brust­krebs zu erkran­ken, um 50 Pro­zent gerin­ger als für Frau­en ohne Wech­sel­jahr­be­schwer­den. Tat­säch­lich sinkt das das Brust­krebs-Risi­ko mit der Inten­si­tät und Häu­fig­keit der Hit­ze­wal­lun­gen. Die­ses Wis­sen stimmt mich (ins­be­son­de­re in den Näch­ten) ver­söhn­lich.
  • Nachts: Es hat sich bewährt in Greif­wei­te neben dem Bett zwei gut aus­ge­wrun­ge­ne, küh­le Gäs­te­hand­tü­cher oder Wasch­lap­pen parat zu hal­ten, um sie dann gleich in den Nacken und auf die Leber auf­le­gen zu kön­nen, um die Kör­per­tem­pe­ra­tur wie­der zu sen­ken. Statt der übli­chen Dau­nen­de­cke sind ein Bett­la­ken zum Zude­cken, und fürs anschlie­ßen­de Frös­teln eine zusätz­li­che Decke die bes­se­re Wahl.

Ganz abge­se­hen von den unan­ge­neh­me­ren Begleit­erschei­nun­gen fin­de ich es von der Natur eigent­lich ganz nett, uns Frau­en hier – denn inter­es­san­ter­wei­se kom­men die inten­si­ven Sym­pto­me haupt­säch­lich in den west­li­chen Indus­trie­län­dern vor – die Gele­gen­heit zur Neu­jus­tie­rung auf­zu­drän­gen. ;-)


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