Genesungswege

Petra Balschuweit, Praxis für Naturheilkunde und spirituelle Heilweisen

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Effektive Stress-Reduktion durch Pranayama

Unter Pra­na­ya­ma ver­steht man die Ver­tie­fung und Regu­lie­rung des Atems durch acht­sa­me Bewusst­heit. Die bewuss­te Kon­trol­le des Atems wur­de schon in den Sutren des Patan­ja­li als essen­ti­el­ler Weg zur Gesund­erhal­tung von Kör­per und Geist beschrie­ben.

Man kann Ener­gie­blo­cka­den in Kör­per und Geist durch Pra­na­ya­ma lösen. Dies kann z. B. das Ner­ven­sys­tem beru­hi­gen und hat eine bes­se­re Ver­sor­gung der Zel­len mit Sauer­stoff zur Fol­ge, wodurch sich die Orga­ne und das Hor­mon­sys­tem bes­ser rege­ne­rie­ren kön­nen. Auch belas­ten­de Emo­tio­nen kön­nen bes­ser los­ge­las­sen wer­den, um zu inne­rem Frie­den und Klar­heit gelan­gen. Pra­na­ya­ma wird mitt­ler­wei­le auch in der Trau­ma­the­ra­pie sehr erfolg­reich ange­wen­det (vgl. Diet­mar Mit­zin­ger, *Der Pra­na­ya­ma-Effekt in der Trau­ma-Arbeit*)

Zwar wird Pra­na­ya­ma in der Regel zusam­men mit den Asa­nas in der Yoga­pra­xis geübt und unter­rich­tet, doch es ist auch sehr effek­tiv, wenn es für sich ange­wen­det wird. Eine mei­ner Lieb­lings-Atmen­übun­gen ist das „Nadi-Sho­da­na“ – die Wech­sel­at­mung. Ich wen­de es für ein paar Minu­ten an, wenn ich mer­ke, dass ich durch irgend­et­was irri­tiert und außer mir gera­ten bin. Danach ist die inne­re Ruhe und Klar­heit wie­der her­ge­stellt.

Und so funk­tio­niert es:

  1. Die rech­te Hand in die Hal­tung des Vish­nu-Mudra brin­gen: die Hand öff­nen, Zei­ge- und Mit­tel­fin­ger beu­gen und deren Fin­ger­kup­pen auf den Dau­men­bal­len legen. Ring- und klei­ner Fin­ger lie­gen dabei sehr eng bei­ein­an­der bzw. der klei­ne Fin­ger kann unter den Ring­fin­ger gescho­ben wer­den. Den Dau­men dann näher in Rich­tung Ring­fin­ger brin­gen.
  2. Der Dau­men und der Ring­fin­ger ver­schlie­ßen abwech­selnd die Nasen­lö­cher.
  3. Mit dem rech­ten Dau­men wird das rech­te Nasen­loch ver­schlos­sen und tief durch das lin­ke Nasen­loch aus­ge­at­met.
  4. Durch das freie lin­ke Nasen­loch tief ein­at­men, dann mit dem Ring­fin­ger der rech­ten Hand auch das lin­ke Nasen­loch ver­schlie­ßen, den Atmen kurz anhal­ten (z. B. bis vier zäh­len) und
  5. den Dau­men vom rech­ten Nasen­loch lösen und atme voll­stän­dig aus­at­men.
  6. Jetzt durch das rech­te Nasen­loch tief ein­at­men, mit dem rech­ten Dau­men das rech­te Nasen­loch ver­schlie­ßen, den Atem kurz anhal­ten (bis 4 zäh­len), dann den Ring­fin­ger vom lin­ken Nasen­loch zum Aus­at­men wie­der lösen.
  7. Nun wie­der links ein­at­men und den Kreis­lauf von vorn begin­nen. Dabei wird auf gleich­mä­ßi­ge und unge­fähr gleich lang andau­ern­de Ein-und Aus­at­men-Sequen­zen geach­tet.

Die­se Atem­übung wird min­des­tens 5-mal auf jeder Sei­te durch­ge­führt.

Das Üben die­ser Wech­sel­at­mung kann fol­gen­den Nut­zen brin­gen:

  • Erhöht die Herz­ko­hä­renz (Grad der Har­mo­nie und Sta­bi­li­tät im Herz­rhyth­mus über eine gewis­se Zeit­span­ne)
  • beru­higt den Ver­stand und wirkt aus­glei­chend bei Ängs­ten und Stress
  • ver­bin­det die lin­ke und rech­te Gehirn­hälf­te
  • har­mo­ni­siert Sym­pha­ti­kus und Para­sym­pha­ti­kus
  • ver­treibt Müdig­keit und Kopf­schmer­zen

Pro­bie­ren Sie es aus und schrei­ben mir Ihre Erfah­run­gen!


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