Genesungswege

Petra Balschuweit, Praxis für Naturheilkunde und spirituelle Heilweisen

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Angst ist ein schlechter Ratgeber

Ja, die­ser Spruch klingt wie eine Bin­sen­weis­heit, aber wer die Angst tie­fer ver­steht, kann ent­schei­den­de Schrit­te in Rich­tung Frei­heit machen.

Die Evo­lu­ti­on des mensch­li­chen Gehirns erfolg­te (laut der­zei­ti­gem For­schungs­stand) in drei Entwicklungsschritten:

  1. Als ers­tes ent­wi­ckel­te sich das soge­nann­te „Rep­ti­li­en­ge­hirn,“ bestehend aus Stamm­hirn und Klein­hirn. Hier sind unse­re Ur-Instink­te (also alles, was mit dem Über­le­ben zu tun hat) behei­ma­tet. Das Rep­ti­li­en­hirn kennt drei Über­le­bens­me­cha­nis­men: Flucht, Angriff und Erstarrung.
  2. Mit dem Auf­kom­men der Säu­ge­tie­re auf der Erde ent­wi­ckel­te sich vie­le Jahr­mil­lio­nen spä­ter das lim­bi­sche Sys­tem (auch Emo­tio­nal­ge­hirn) genannt. Viel­schich­ti­ge­re Emo­tio­nen, die für Brut­pfle­ge und Rudel­ver­hal­ten not­wen­dig sind, wie z. B. Mit­ge­fühl, Zunei­gung, Lie­be waren durch die­ses zusätz­li­che Gehirn nun möglich.
  3. Das mensch­li­che Groß­hirn, das kom­ple­xe Lebens­um­stän­de erfas­sen und beur­tei­len kann, ent­wi­ckel­te sich vor ca. 200 Mil­lio­nen Jahren.

Sowohl Rep­ti­li­en­ge­hirn als auch Emo­tio­nal­ge­hirn (bei­de wei­test­ge­hend iden­tisch mit dem Auf­bau des Gehirns von Säu­ge­tie­ren) sind haupt­säch­lich auf das Über­le­ben aus­ge­rich­tet. Aus ihrer Bewer­tung ist alles gut, was dem Über­le­ben dient, und alles ist schlecht, was dem Über­le­ben abträg­lich ist. Das Emo­tio­nal­ge­hirn kennt nur eine Defi­ni­ti­on von Gefahr, näm­lich die, dass unser Leben akut und ernst­haft bedroht ist. Das Groß­hirn jedoch ist frei, sei­ne Bewer­tungs­maß­stä­be zu wäh­len. Das bedeu­tet: Je nach­dem, wie wir eine Situa­ti­on bewer­ten, kann neu­ro­na­le Wei­ter­ver­ar­bei­tung und die ent­spre­chen­den phy­sio­lo­gi­schen Reak­tio­nen ver­schie­den ausfallen.

Wenn ich z. B. einen Vor­trag hal­ten soll, und mei­ne Betrach­tungs­wei­se der­ge­stalt ist, dass ich in die Gefahr lau­fe, mich zu bla­mie­ren, dann ant­wor­tet das Emo­tio­nal­ge­hirn umge­hend mit dem Über­le­bens­mo­dus, in dem die Angst reagiert. Das zen­tra­le Ner­ven­sys­tem reagiert dar­auf sofort mit der Akti­vie­rung der Stress­kas­ka­den, um die kör­per­li­che Leis­tungs­fä­hig­keit zu stei­gern, so dass wir (über das Rep­ti­li­en­ge­hirn) unser Über­le­ben sichern können.

Die­sem Mecha­nis­mus „ver­dan­ken“ wir den Dau­er­stress, der letzt­end­lich immer häu­fi­ger zu einer Neben­nie­ren-Erschöp­fung (auch Burn-Out genannt) führt. Unser Kör­per bleibt dabei über lan­ge Zeit hin­weg im stän­di­gen Kampf ums Über­le­ben, was lang­fris­tig zu ver­än­der­ten Organ­funk­tio­nen führt, da der Kör­per kei­ne Aus­gleichs­re­gu­la­ti­on mehr durch­füh­ren kann. Über 98% aller Erkran­kun­gen ent­ste­hen durch Fehl­re­gu­la­ti­on der Orga­ne – nur etwas mehr als 1% sind gene­tisch begründet.

Wer­fen wir noch­mals einen Blick auf die Gefah­ren: es gibt zwei Kate­go­rien – die ech­ten und die unech­ten. Prü­fun­gen, Strei­tig­kei­ten, all die Unan­nehm­lich­kei­ten, Befürch­tun­gen etc. sind zwar Situa­tio­nen, die wir mög­li­cher­wei­se mehr oder weni­ger fürch­ten, aber stel­len evo­lu­tio­när gese­hen kei­ne ech­ten Gefah­ren (für Leib und Leben) dar.

Bezo­gen auf Prü­fungs-Bei­spiel: Wenn das Groß­hirn die­se Situa­ti­on als Gefahr ein­schätzt („Mei­ne Zukunft hängt davon ab! Wenn ich jetzt durch­fal­le, ist alles vor­bei!“), dann wird in der Prü­fung die oben beschrie­be­nen Stress­kas­ka­de aus­ge­löst. Die über­ge­ord­ne­ten Funk­tio­nen des Groß­hirns wie Erin­ne­rungs­ver­mö­gen, logi­sches Den­ken, men­ta­le Trans­fer­leis­tung und Pro­blem­lö­sung funk­tio­nie­ren, wenn über­haupt, nur noch ein­ge­schränkt – unser Sys­tem ist ja mit dem nack­ten Über­le­ben beschäf­tigt. Und im ungüns­tigs­ten Fall schal­tet das Rep­ti­li­en­ge­hirn in den Erstar­rungs­mo­dus (ent­spricht dem Sich-tot-stel­len vor dem Fress­feind) – und man erlebt einen Blackout.

Ein ande­rer bemer­kens­wer­ter Aspekt ist, dass alle Gefüh­le und Ein­schät­zun­gen etwas zu müs­sen – also etwas als abso­lu­te Not­wen­dig­keit zu bewer­ten – (z. B. die­se Prü­fung jetzt unbe­dingt zu schaf­fen, den pas­sen­den Part­ner oder einen neu­en Job fin­den, erfolg­reich sein, schlank sein) eben­falls in einen unan­ge­mes­se­nen Über­le­bens­mo­dus füh­ren. Den­ken Sie sich dies mal in all sei­ner Bedeu­tung zu Ende …

Wenn wir in einem Zustand von Freu­de, Inter­es­se und Spaß sind, geht nicht nur alles viel leich­ter, son­dern auch wesent­lich erfolgs­ver­spre­chen­der von der Hand. Und – glück­li­cher­wei­se gibt es wir­kungs­vol­le Tech­ni­ken, um sei­ne sub­jek­ti­ven Beur­tei­lun­gen, Ein­schät­zun­gen und Glau­bens­sät­ze zu ver­än­dern. Fra­gen Sie mich gerne!

(Quel­le: Bodo Deletz „50 Halb­wahr­hei­ten, die dir das Leben schwer machen kön­nen,“ Kapi­tel 11)


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